Die Szene ist keine grotesk-zynische Zuspitzung unserer mit dem Klimawandel verbundenen Ängste – diese Szene war jüngst in einer TV-Reportage zu sehen. Wir sind live dabei, wenn die neue Spezies des arktischen Bauern geboren wird! Den schmalen Grat zwischen der Gewissheit, Zeuge einer Katastrophe zu sein, und dem Verdacht, einer inszenierten Realsatire beizuwohnen, betreten die Autorin Marianne Freidig und der Komponist Boris Bell mit „Petrol oder Die Geburt des arktischen Bauern. Eine MusikTheaterFarce“. Sie unternehmen damit den Versuch, ein existentielles Thema unserer Gegenwart für die Musik-Theater-Bühne fruchtbar zu machen, dabei aber gleichwohl den künstlerischen Anspruch nicht einer tagesaktuellen Beliebigkeit unterzuordnen. Sie werden vom jungen und experimentierfreudigen Ensemble Tzara aus Zürich und dem holländischen Regisseur Matthias Mooij unterstützt.
Hannah und Jens, Projektleiterin und Ingenieur eines Ölkonzerns, fördern Öl in der Arktis. Als die Tanker, die es nach Europa transportieren sollen, ausbleiben, fallen sie zunehmend aus ihrer bekannten Welt heraus und bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen Realität, (Alb-) Traum und Halluzination. Und die Inuit bereiten sich auf eine neue Zeit und ihre Existenz als arktische Bauern vor.
Der Text von Marianne Freidig ist in 5 Teilen aufgebaut, in denen Ungewissheit und Chaos sich steigern. Die Musik von Boris Bell entwickelt sich in die gegensätzliche Richtung; sie wird im Laufe des Stücks immer harmonischer und ruhiger. Durch das Mittel der Space Notation wird schafft sie ein enges Zusammenspiel zwischen dem musikalischen und dem sprachlichen Rhythmus.
Boris Bell
Autorin
Marianne Freidig
Regie
Matthias Mooij
Ausstattung
Jean Marc Desbonnets /
Mirjam Egli
technik
Stefan Marti
Dramaturgie
Peter-Jakob Kelting
Schauspiel
Sebastian Krähenbühl
Jens, Ingenieur
Anna-Katharina Müller
Hannah, Projektleiterin
Tenor
Robert Koller
Chef des Ölkonzerns
Musiker
Ensemble Tzara
Inuit oder arktische Bauern
Produktion
stranger in company®
Theater Tuchlaube, Aarau
01.03.2012 (Premiere)
02.03.2012
03.03.2012
gare du nord, Basel
11.05.2012
Theater Rigiblick, Zürich
22.05.2012
23.05.2012
07.06.2012
Schlachthaus, Bern
06.06.2012
08.06.2012
09.06.2012
Mit einem Apfel will ich Paris in Erstaunen versetzen
Ein Theaterabend mit H.-D. Jendreyko und Luzius Heydrich
(nach „Gespräche mit Cézanne“, Diogenes Verlag)
Ausgangspunkt ist der tägliche Marsch Cezannes ins Sainte-Victoire-Gebirge, einem Motiv zahlreicher seiner Gemälde. Dabei spricht ihn ein junger Verehrer, ein Maler und Schriftsteller aus Paris, an. Er wünscht einige Werke von ihm sehen zu dürfen. Paul Cezanne weicht aus, nimmt ihn aber mit „sur le motif“ und durch die Universitätsstadt Aix-en-Provence. Dieser gemeinsame Streifzug zieht sich auch durch das Stück und durch das Basler Theater.
Worüber sprechen die beiden auf diesem Weg? Der junge Verehrer befragt Cezanne nach seinem Leben und Cezanne führt das Gespräch immer wieder auf das, was sein Leben ist: die Malerei. Wieder und wieder unterbricht er den Gang und beobachtet: „Alles was wir sehen entschwindet, aber die NATUR ist immer dieselbe – was ist hinter der Natur? – vielleicht nichts? – vielleicht alles!“ Um das Entschwindende in seiner Malerei nicht festzumachen, bringt er diese hohe Konzentration des Sehens bis zur Selbstzerstörung auf: „Unser Sehvermögen ist verbraucht durch die Erinnerung an tausend Bilder, wir sehen nicht mehr die Natur, wir sehen die Bilder wieder. Sehen als ob man eben geboren worden ist.“
Er schwärmt von Delacroix, von Monet und der Provence, erzählt schräge Geschichten, rezitiert Baudelaire, spöttelt über Renoir, widerspricht sich, erklärt die Vorgänge seines Sehens, empfindet sich als Klassiker und stürmt schliesslich voll Begeisterung durch den Louvre.
H.-Dieter Jendreyko hat als Schauspieler und Regisseur u.a. in Bremen, München, Zürich, Basel und Frankfurt gearbeitet, bevor er 1986 in Basel das Od-theater gründete und in freien Produktionen literarisch anspruchsvolle Stoffe an theaterungewöhnlichen Orten zur Aufführung brachte, beispielhaft dafür war die Inszenierung des „Sommernachtstraum“ 2009 in der E-Halle in Basel.
Luzius Heydrich wurde 1982 in Arlesheim, Schweiz, geboren. Nach seinen ersten Theatererfahrungen als Statist und im Jugendclub des Theater Basel, studierte er Medizin und dann Regie an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Bereits bei „Jugend ohne Gott“, einer Od-theater Produktion von 1997, stellte er sein schauspielerisches Talent unter Beweis.
Andreas Schulz
Schauspieler
H. - D. Jendreyko
Paul Cezanne
Luzius Heydrich
Begleiter
Ausstattung
Michael Hein
REGIEassistenz
Josef Simon
Eine Produktion des Od-theaters. In Koproduktion mit dem Theater Basel.
Theater Basel, Basel
Mo 20.02.2012
Di 21.02.2012
Di 23.03.2012
So 25.03.2012
Mo 24.04.2012
Di 25.10.2011 (Premiere)
Do 27.10.2011
Di 22.11.2011
Di 06.12.2011
Mo 12.12.2011
Mo 16.01.2012
Di 17.01.2012
jeweils 20.00 Uhr, Eingang Nachtcafé
Eintrittspreise: CHF 37.- / ermässigt CHF 21.- (ohne Garderobengebühr)
VVK: Billettkasse Theater Basel, Tel. +41/(0)61-295 11 33 oder per mail: billettkasse@theater-basel.ch
Alfred Richterich Stiftung
Artephila Stiftung
Edith Maryon Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige Basel (GGG)
Scheidegger-Thommen Stiftung
Zwar stehen Erwartungen, Pläne und Lebensentwürfe, Vorhaben und Wünsche, die nicht so in Erfüllung gingen / gehen, wie erhofft im Mittelpunkt der neuen Produktion von Lumpenbrüder Productions – keineswegs aber stimmen die Theatermacher aus Berlin und Basel einen Abgesang auf unerfüllte Hoffnungen an. Viel mehr geht es in ihrem Stück darum, warum die Dinge (meistens) anders laufen als erwartet; woraus die eigenen Erwartungen bestehen; wie sie sich mit der Zeit verändern und: unter welchen Einflüssen das geschieht.
Es geht darum, wie wir mit diesem Scheitern umgehen wollen, wie wir es handhaben und womöglich zu etwas Positivem umdeuten können. Es geht darum, wie und warum wir uns (anders) entscheiden. Was uns dabei beeinflusst. Wer uns manipuliert. Und wie sich daraus unser Selbstbild zusammensetzt.
KONZEPTION
Lumpenbrüder Productions
spiel
Yoshii Riesen
Patrick Gusset
Oliver Goetschel
TEXT & Dramaturgie
Christian Hansen
REGIE
Laurent Gröflin
REGIEASSISTENZ
Niki Rhyner
AUSSTATTUNG
Chasper Bertschinger
PRODUKTION
stranger in companyⓅ
Theater Roxy Birsfelden
Do 22.3.2012 (Premiere)
Sa 24.3.2012
Do 29.3.2012
Fr 30.3.2012
Sa 31.3.2012
jeweils 20Uhr
Preise: Chf 30.-/20.-/15.-
Vorverkauf: www.theater-roxy.ch
Fachausschuss Theater BS/BL
GGG
BLKB Jubiläumsstiftung
Wilhelm und Ida Hertner-Strasser Stiftung
Am 28. März 2012 feiert die Oper Babur in London in Zürich ihre Uraufführung. Babur in London ist ein eindringliches, poetisches Porträt vier junger Menschen und ihrer Auseinandersetzung mit ihrem Glauben. In einem Londoner Vorort plant die Gruppe einen Terroranschlag und wird dabei vom Geist Baburs heimgesucht; Babur war der erste Moghul-Kaiser Indiens, Krieger und Poet in einer Person. Zwei Welten begegnen sich, und die Männer und Frauen sind gezwungen, ihre Weltanschauung zu hinterfragen.
Der Komponist schreibt: "In der Oper Babur in London prallen zwei gegensätzliche Welten aufeinander, vermischen sich und werden wieder getrennt. Auf der einen Seite die übersinnliche Welt Baburs, lyrisch, berauscht, eloquent, ausdrucksvoll, durchaus mit brutalem Unterton, wo Dichtung, Parfum, Geselligkeit, Musik, Sex, Krieg und Wein alle unverzichtbare Bestandteile seines höfischen Lebens sind (und gleichzeitig auch Werkzeug seiner Art Religiosität); auf der anderen Seite die prosaisch graue und engstirnige Weltanschauung der modernen Terrorgruppe. Die entstehende Durchmischung dieser Welten, in erster Linie durch die Figur Sairas, gewissermassen Baburs Seelenverwandte in der modernen Welt, ist der Ausgangspunkt der musikalischen Dynamik."
Komposition
Edward Rushton
Libretto
Jeet Thayil
Regie
John Fulljames
Musikalische Leitung
Tim Murray
Spiel
Omar Ebrahim (Babur), Kishani Jayasinghe (Nafisa), Annie Gill (Saira), Damian Thantrey (Faiz), Amar Muchhala (Mo)
ensemble für neue musik zürich
Hans-Peter Frehner (Flöte), Lorenz Haas (Schlagzeug), Phillip Schaufelberger (E-Gitarre), Nicola Romanò (Cello), Anna Trauffer (Kontrabass)
Ausstattung
Sarah Beaton
Lichtdesign
Matt Haskins
Video/Projektion
Ian William Galloway
Produktion Schweiz
stranger in company℗
Spieldaten
28. März 2012 Theater Rigiblick Zürich (Uraufführung)
29./30. März 2012 Theater Rigiblick Zürich
4. April 2012 Gare du Nord Basel
5. April 2012 Lokremise St. Gallen
jeweils 20Uhr
Vorverkauf
Theater Rigiblick Zürich, Germaniastrasse 99, 8044 Zürich, Tel 044 361 80 51, http://www.theater-rigiblick.ch/spielplan/billette.htm
Gare du Nord Basel (im Badischen Bahnhof), Schwarzwaldallee 200, 4058 Basel, Tel 061 683 13 13, http://www.garedunord.ch/vorverkauf/
Lokremise St.Gallen, Grünbergstrasse 7, 9000 St.Gallen, Tel 071 277 82 00, http://www.kulturticket.ch/
Unter dem Pseudonym Gian Girun hat Ursina Clavuot Geer in den 1930er Jahren Novellen veröffentlicht. „Maria e sieu chucal“ (Maria und ihr Schwein), eine dieser Novellen, wird zur Grundlage für das Tanzstück „Gian Girun“. Mittels assoziativen Tanz- und Klangbildern wird von Maria, ihrem Schwein aber auch von der Schriftstellerin Ursina Clavuot erzählt.
Die Geschichte „Maria e sieu chucal“ wird nicht chronologisch erzählt. Vielmehr werden der sozialkritische Subtext, die emotionalen und die landschaftlichen Stimmungen des Textes tänzerisch und musikalisch gestaltet.
Die künstlerische Umsetzung findet in fliessenden Szenen und unterschiedlichen räumlichen Kontexten statt. Im inneren Raum beginnt die Tänzerin allein, in der Ruhe und noch ohne Musik. Die Sprache bringt als erster akustischer Impuls Bewegung in den Körper. Die Sprachen, Rätoromanisch und Deutsch, ziehen sich als roter Faden durch die Szenen. Der Text wird während des Stücks lieve gesprochen.
Aus dem äusseren Raum dringt die Musik als zweiter Impuls hinein. Die akustische Begleitung, die sowohl aus Musik, wie auch aus Geräuschcollagen besteht, wird von einem Musiker live auf der Bühne gespielt.
Das Bühnenbild, das am Anfang den inneren vom äusseren Raum trennt, verändert sich im Verlauf des Stücks, hebt die Grenzen auf, schafft neue Räume und wird so zum dritten Akteur auf der Bühne. Es ist als hölzerner Baukasten angedacht, dessen verschiedene Module und Teile beliebig kombiniert werden können. Die Basis bildet eine mit Scharnieren verbundene, bewegliche, zweiteilige Wand. Aus dieser kann eine Bank (wie man sie oft vor Engadinerhäusern sieht), ein Tisch und eine Lampe herausgenommen, bzw. –geklappt werden.
Das Stück entwickelt sich zu einem Miteinander der Akteure. Es findet eine Annäherung und gegenseitige Inspiration statt. Einem Crescendo ähnlich verdichtet sich das Geschehen.
«Que d’eira üna bella damaun da settember, ed il tschêl nun eira mê sto uschè blov s-chür. La not eira gnieu üna brüs-china alva süsom las muntagnas, e que d’eira ün queder grandius. Scha signura Deta avess gieu mez minut temp per uzer ils ögls da las chavagnas plainas roba da laver, chi eira immez chadafö, avess’la schmancho per ün mumaint sieus pissers.»
Das war ein schöner Septembermorgen, und der Himmel war noch nie so dunkelblau. Während der Nacht hatte sich eine hauchdünne Schneedecke über die Berge gelegt, und das ergab ein wundervolles Bild. Wenn sich die Herrin Deta nur eine halbe Minute Zeit genommen und ihren Blick von den vollen Wäschekörben inmitten der Küche gehoben hätte, so wären für einen Moment ihre Sorgen vergessen gewesen.
aus „Las Novellas da Gian Girun, Maria e sieu chucal“ 1938
Seraina Sidler-Tall
Musik
Marc Jenny
Bühne/Installation
Katharina Wieser
Lesung
Sara Francesca Hermann
Texte
Ursina Clavuot Geer
Grafik
Mischa Sidler
Dramaturgie
Stefanie Herzberg
Kostüme
Suzana Meyer
Produktion
stranger in companyⓅ
Spieldaten
11.Mai 2012 Premiere, Shedhalle Zug
12. Mai 2012 Aufführung, Shedhalle Zug
25. Mai 2012 Aufführung, Lokremise St. Gallen
8. Juni 2012 Aufführung, Postremise, Chur
9. Juni 2012 Aufführung, Postremise, Chur
Weitere Vorstellungen:
Herbst 2012 Theater Tuchlaube Aarau
Herbst 2012 Kulturzentrum Nairs Scuol
Grace und Sugar, ein ungleiches Zwillingspaar, feiern ihren dreissigsten Geburtstag. Sie leben in Tumbler Ridge, einem abgelegenen Provinznest im unwirtlichen Norden Kanadas. Die Müllkippenaufseherin Grace gehört zur Lokalprominenz, ihre Schwester Sugar hat das Haus seit Jahren nicht verlassen. Als Forelle Stanley, auch er ein Eigenbrötler, ums Haus schleicht, ist sie gerade dabei, ihrem tristen Leben ein Ende zu setzen. Als Lebensretter verschafft er sich Zugang ins Haus. Ist er vielleicht der Frauenmörder, von dem in allen TV-Kanälen die Rede ist? Sicher ist nur dies: Mit dem Auftritt von Forelle Stanley ändert sich das Leben von Grace und Sugar unwiderruflich.
«Forelle Stanley» ist das dritte Theaterstück der jungen kanadischen Autorin Claudia Dey und in vielerlei Hinsicht eine ideale Vorlage für die moderne Kammeroper, die Daniel Fueter für die dafür mitwirkenden Sängerinnen und Musiker komponiert hat. Die Geschichte von Grace, Sugar und Forelle Stanley lässt sich schwer nur einem Genre zuordnen: boulevardeske Krimi-Passagen wechseln sich mit Szenen ab, die ein Psychogramm der beiden vom Schicksal aneinander geketteten Schwestern zeichnen. Auch auf Ebene der Musik wird mit verschiedenen Stilen gespielt. Daniel Fueters Komposition bewegt sich zwischen Elementen der Populärmusik der achtziger Jahre, Pop- und Rockanklängen des zwanzigsten Jahrhunderts, Musicalstrukturen und zeitgenössischer klassischer Musik.
Daniel Fueter
Regie
Philip Bartels
Musikalische Leitung
Sebastian Gottschick
Korrepetition
Simone Keller
Libretto
Mona Petri
Bühne
Markus Schmid
Kostüme
Marion Steiner
Licht/Technik
Li Sanli
Sänger
Rea Claudia Kost (Mezzosopran)
Marian Dijkhuizen (Mezzosopran)
Jeannine Hirzel (Mezzosopran)
Niklaus Kost (Bariton)
ensemble für neue
musik zÜRICh
Hans-Peter Frehner (Flöten)
Manfred Spitaler / Donna Molinari (Klarinetten)
Urs Bumbacher (Violine)
Nicola Romanò (Violoncello)
Viktor Müller (Piano)
Sebastian Hofmann (Schlagzeug)
Stadt Zürich Kultur
Kanton Zürich Fachstelle Kultur
Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
Ernst Göhner Stiftung
Kulturstiftung Landis & Gyr
Migros Kulturprozent
Fondation Christiane et Jean Henneberger-Mercier
Stanley Thomas Johnson Stiftung
Alexis Victor Thalberg Stiftung
SIG - Schweizerische Interpretengenossenschaft
Familien-Vontobel-Stiftung
Parrotia-Stiftung
Stern-Theater-Produktion
Theater Rigiblick, Zürich
22.09.2011 (Uraufführung)
24.09.2011
29.09.2011
30.09.2011
01.10.2011
19.06.2012
20.06.2012
jeweils um 20:00 Uhr
Am 1. Februar 2012 erscheint Arno Camenischs drittes Buch „Ustrinkata“. Die Buchvernissage wird im Theater Chur stattfinden. Danach sind Lesungen in der ganzen Schweiz geplant. Arno Camenisch tritt alleine, oder zusammen mit dem Musiker und Sänger Pascal Gamboni auf.
Arno Camenisch wird bei diesen Lesungen zum grossen Teil aus „Ustrinkata“ lesen, wird sich dann aber auch einige Minuten „Sez Ner“ und „Hinter dem Bahnhof“ widmen und zum Schluss einige neue spoken word-Texte vorstellen.
Die Auftritte mit Pascal Gamboni sind ein poetisches Zusammenspiel von zwei Geschichtenerzählern, die das Erzählen des jeweils Anderen verdichten und vorantreiben.
Es ist der letzte Abend in der Helvezia, der Alkohol fliesst in Strömen wie der junge Rhein, und wes des Herzen voll ist, des geht der Mund über: Jetzt heisst es Austrinken! Noch einmal sitzen sie um den runden Tisch, der Otto, die Tante, der Luis, der Giachen und mit ihnen all die andern, die noch leben oder schon lange tot sind. Arno Camenisch hört ihren tragischen und zugleich komischen Geschichten genau zu, mit seinem präzisen Sinn für den Klang und die Eigentümlichkeiten ihrer Sprache hält er diese von Tod und Vergessen, von Naturgewalten und menschlichen Abgründen, von Hochwassern und Liebeswirren, von Steinschlägen und Händeln bedrohte Welt lebendig. Auf unverkennbar eigenwillige Art beschliesst Arno Camenisch mit "Ustrinkata" nach "Sez Ner" und "Hinter dem Bahnhof" seine äusserst erfolgreiche Bündner Trilogie – es geht alles zu Ende, aber so lange einer noch erzählt, ist das letzte Glas nicht ausgetrunken.
Arno Camenisch
MUSIK
Pascal Gamboni
SWISSLOS/Kulturförderung, Kanton Graubünden
Stadt Chur
Fondation Oertli-Stiftung
Ein Erzähltheater von Magdalena Nadolska nach der Erzählung "Regina Zimet - Die Anne Frank des Veltlins" von Marco Frigg
Die Familie Zimet hatte wohl einen sehr tüchtigen Schutzengel. Nur dank der Hilfe von zahlreichen mutigen Menschen und einer Reihe von an Wunder grenzenden Zufällen haben das Mädchen Regina und ihre Eltern Rosalie und Fiskel den Zweiten Weltkrieg überlebt. «Regina Zimet – Die Anne Frank des Veltlins» erzählt die wahre Geschichte des jüdischen Mädchens Regina Zimet und ihren Eltern auf der Flucht vor den Nazis. Die Flucht vor dem nationalsozialistischen Regime aus Deutschland wurde nämlich zu einer jahrelangen nicht endenden Odyssee, die sie von der Hitze in der Wüste Bengasi zu den tief verschneiten Pässen in Italien führte. Die Familie Zimet findet nach einer erbarmungslosen Zeit Zuflucht bei der Familie Della Nave in einem kleinen Bergbauerndorf im Veltlin, ganz nah an der Bündner Grenze. Dort verbrachten sie 16 Monate zwischen Angst, Hoffnung und Verzweiflung. Mitten im Kreuzfeuer von Faschisten, Deutschen, Alliierten und Partisanen überstand die Familie zahlreiche Razzien und besiegte den ewigen Hunger. Anders als Anne Frank überlebt Regina den 2. Weltkrieg.
Das Erzähltheater spielt auf mehreren Ebenen: Einerseits spielt eine junge Regina die unmittelbaren Geschehnisse mit kindlich-naivem Blick und andererseits kommentiert und ergänzt eine erwachsene Regina die jeweiligen Szenen. Zwanzig bis dreissig erfahrene Amateurschauspieler und theaterbegeisterte Laien werden auf der grosszügigen Bühne der Bündner Arena in Cazis stehen. Die Sänger des Chor piCANTO mischen sich auch unter das Spielpersonal und ihre Geräusche und Klänge unterstützen die ganze Szenerie.
Philipp Lenz
Regieassistenz
Carmen Caviezel
Autorin
Magdalena Nadolska
Musikalische Leitung
Manuela Gava
Bühne/LICHTDESIGN
Ueli Binggeli
Kostüme
Lilo Kuhn
Visuelle Gestaltung
Christina Luzzi
SchauspielerInnen
N.N.
Chor piCanto
Sopran
Manuela Gava, Eva Furger,
Anita Hugentobler
Alt
Sabina Ronchetti, Vera
Widmer, Claudia Liver
Tenor
Beni Schnellmann, Claudio
Giger, Lukas Kobler
Bass
Roman Caviezel, Beta Juon,
Silvio Canetg
BÜNDNER ARENA, CAZIS GR
08.06.2012 (Premiere)
09.06.2012
10.06.2012
14.06.2012
15.06.2012
16.06.2012
17.06.2012
21.06.2012
22.06.2012
23.06.2012
24.06.2012






